Die Zins-Falle: vom systematischen Betrug am Kunden

Am 30.10.2013 spätabends zeigte ZDF ZOOM einen sehr interessanten Beitrag zur Gestaltung der Dispozinsen in den Banken.

Ein paar zusätzliche Informationen helfen, den Beitrag in Gänze zu verstehen:

faq red glossy icon on white background– Für den Normalkunden gelten die im Preisaushang vorgegebenen Dispozinsen, sobald er auch nur einen Cent ins Minus rutscht. Gleitet er auch über den mit der Bank vereinbarten oder zugewiesenen Überziehungsrahmen, so zahlt er nochmal einen Schlag drauf, also dann z.Bsp. 16% statt 12%.
– Diese regulären Zinsen werden nach unten nur sehr zäh, nach oben ziemlich schnell angepasst und im Regelfall hat Otto-Normalkunde wenig Möglichkeiten, hier Einfluß zu nehmen -> Dispo- und Überziehungszinsen sind immer sehr teuer und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
– Das hier – wie im Bericht gezeigt – viel Schindluder getrieben wird (nämlich durch schlichte Falschberechnungen) liegt nach meiner Erfahrung eher im 20%-Bereich. Die Zinsabrechnungen dieser Konten nachzurechnen ist zwar mühsam, aber nicht schwierig. Fehler finden Sie hier meistens in den Valuten, also in den Zeiträumen, wofür sich die Kreditinstitute die Sollzinsen berechnen, reine Rechenfehler und falsche Zinssätze kommen eher selten vor. Alle Informationen, die Sie dazu brauchen, finden Sie in Ihren Kontoauszügen, das ist eine schöne Beschäftigung für einen verregneten Sonntagnachmittag…

– Bei Geschäftskunden sieht die Sache ganz anders aus. Da Firmenkunden oftmals aus Liquiditätsengpässen heraus gezwungen sind, ihre Konten ins Soll zu stellen, vereinbaren die Banken mit ihnen einen sogenannten Rahmenkredit auf dem Girokonto oder treffen eine sonstwie benannte gesonderte Zinsvereinbarung.
– Diese Verträge sind zwar eindeutig formuliert, z. Bsp. soll der festgelegte Zinssatz ist 7% über Basiszinssatz für eine Summe von – bis XY,- € sein, – aber dieser Basiszinssatz kann sich täglich ändern. Wenn der Geschäftskunde also seine Bank überprüfen möchte, so muss er es sich zur Aufgabe machen, täglich den Basiszinssatz abzurufen und zu kontrollieren, ob die Bank sich auch jeweils nur +7% nimmt oder Phantasiezinsen zugrunde legt. Gemäß des gestrigen Bericht sind 70% der geprüften Fälle falsch berechnet, also würde ich das für die Zukunft dringend empfehlen!
– Gleitet der Kunde über den vereinbarten Summenrahmen XY,-€ hinaus, so sind den Wuchserzinsen Tür und Tor geöffnet. Im Regelfall steht zwar auch hier in der gesonderten Vereinbarung, wie viel über Basiszins für den Fall berechnet werden darf – aber in diesem Moment wird sich der Geschäftskunde wohl kaum beschweren: er ist froh, wenn die Bank die Füsse stillhält.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

2 Kommentare, sei der nächste!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.