Work & Travel: Welche Kosten Eltern einplanen müssen

Viele junge Erwachsene entscheiden sich nach dem Schulabschluss für einen längeren Auslandsaufenthalt. Besonders Work & Travel erfreut sich Beliebtheit: Die Absolventen sammeln zahlreiche Erfahrungen und können einen Teil der Reise durch Arbeit finanzieren. Gleichwohl brauchen sie meist finanzielle Unterstützung der Eltern. Als Elternteil solltest Du auch bei der Planung helfen.

Work & Travel: Vorteile und Möglichkeiten

Manche Eltern sorgen sich, wenn ihr Nachwuchs auf eigene Faust mehrere Monate bis zu einem Jahr im Ausland verbringt. Doch diese Sorgen sollten sie zurückstellen, die Kinder profitieren in erheblichem Umfang davon. Sie erlernen Eigenständigkeit, was sich im späteren Studium und im Beruf als vorteilhaft erweist. Zahlreiche Arbeitgeber wissen diesen Punkt bei einer Bewerbung zu schätzen. Zudem verbessern die Reisenden ihre sprachlichen Kompetenzen, meist in Englisch. Sie sehen sich darüber hinaus mit unterschiedlichen Arbeitswelten konfrontiert, was ebenfalls eine wichtige Erfahrung ist. Grundsätzlich zeichnet sich Work & Travel dadurch aus, dass die jungen Erwachsenen quer durch ein Land reisen und unterschiedliche Arbeitsstellen annehmen. Gewöhnlich arbeiten sie bei einem Unternehmen wenige Wochen. Typische Jobs sind Tätigkeiten in Restaurants, Hotels und in der Landwirtschaft.

Die beliebtesten Reiseziele

Auf dem ersten Platz rangiert Australien, gefolgt von Neuseeland und Kanada. Bestenfalls visieren Kinder eines dieser Länder an. Die genannten Staaten fördern das System von Work & Travel und bieten zum Beispiel ein spezielles Visum. In Australien heißt es Working Holiday Visum. Das Arbeiten im Rahmen des Visums ist explizit erlaubt. Zusätzlich ist es für viele Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, Stellen für Reisende zu offerieren. In Ländern, in denen kaum jemand Work & Travel kennt, fällt die Jobsuche dagegen schwer. Für Australien und Co. spricht auch, dass Reisende dort auf viele Gleichgesinnte aus Deutschland und aus anderen Regionen treffen. Das erleichtert das Knüpfen von Bekanntschaften und den Austausch von Informationen und Tipps.

Flexibilität oder durchgeplanter Aufenthalt?

Vor der konkreten Planung solltest Du zusammen mit deinem Kind überlegen, wie Ihr Work & Travel organisieren wollt. Es gibt zwei Varianten: Erstens vereinbart Ihr bereits von Deutschland aus Jobs und bucht Unterkünfte. Zweitens kümmern sich die Reisenden erst vor Ort um diese Angelegenheiten. Die erste Methode empfiehlt sich für alle Sicherheitsbewussten. Die Erfahrung zeigt aber, dass Flexibilität mit mehreren Vorteilen einhergeht. Kinder können auf diese Weise ihre Reisepläne jederzeit anpassen und sich unter anderem einem neu gewonnenen Bekannten anschließen. Sie können einen Job auch problemlos aufgeben, wenn er nicht den Vorstellungen entspricht. Ergeben sich finanzielle Schwierigkeiten, können sie den Aufenthalt verkürzen. Zusätzlich solltet Ihr überlegen, ob Ihr ein privates „Work & Travel“-Programm in Anspruch nehmt. Reiseveranstalter schüren unterschiedlich breite Pakete: Es kann zum Beispiel den Flug, eine Unterkunft für die erste Woche, das Beantragen des Visums und einen Workshop vor Ort beinhalten. Zusätzlich werden auch viele Informationsveranstaltungen zum Thema Work & Travel angeboten, die Dir und deinem Kind sicher helfen, den Auslandsaufenthalt optimal zu planen.

Welche Kosten im Vorhinein planbar sind

Die meisten Kostenpunkte lassen sich im Vorhinein benennen oder zumindest schätzen. Das gilt zum Beispiel für den Hin- und Rückflug. Angesichts der großen Entfernung zu Ländern wie Australien müssen Du und Dein Kind einen größeren Rechnungsbetrag einkalkulieren. Beide Flügen kosten mindestens 1.000 Euro, eher deutlich mehr. Es empfiehlt sich die Nutzung eines Vergleichsportals, damit könnt Ihr die Kosten minimieren. Auch für die Unterkünfte müsst Ihr ausreichend Geld einplanen. Am günstigsten ist die Übernachtung in Backpaperhostels. Auf Homepages von Hostels könnt Ihr Euch über die aktuellen Preise informieren. Den Lebensunterhalt müsst Ihr selbstverständlich ebenfalls ausreichend berücksichtigen, zudem verdienen die Reisekosten innerhalb des Lands Aufmerksamkeit. Hinzu kommen weitere Ausgaben, zum Beispiel für das Visum, das rund 300 Euro kostet. Beachtet auch die momentanen Wechselkurse, fallende oder steigende Kurse können den Aufenthalt verbilligen oder verteuern.

Gesamtkosten vom Verdienst abhängig

Beim Word & Travel erhält Dein Kind zugleich Lohn und kann damit einen Teil der Kosten abdecken. Die Lohnhöhe ist eher niedrig, meisten zahlen Arbeitgeber einen Stundenlohn von umgerechnet unter zehn Euro. Die konkreten Einkünfte differieren zwischen den Ländern und den einzelnen Unternehmen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist, in welchem Umfang Dein Kind vor Ort arbeiten kann. Du solltest nicht davon ausgehen, dass es durchgängig Tätigkeiten nachgeht. Deshalb solltest Du den Verdienst eher vorsichtig planen.
Einen finanziellen Puffer bereitstellen?

Alle Staaten fordern den Nachweis eines Mindestguthabens auf dem Konto. In Australien beträgt die Summe umgerechnet knapp 3.500 Euro. Dieses Geld muss sich auf dem Konto Deines Kindes befinden. Prinzipiell könnte es diesen Betrag sofort danach wieder zurücküberweisen, davon ist aber abzuraten. Dein Nachwuchs sollte über Reserven verfügen, sodass er nicht sofort unter finanziellen Druck gerät und verzweifelt nach einem Job suchen muss. Der Auslandsaufenthalt gestaltet sich mit einer gewissen Sicherheit entspannter. Ihr könnt nach einigen Monaten oder nach dem Ende der Reise begutachten, inwieweit das Geld ausgereicht hat und die Finanzen entsprechend abrechnen. Die erforderliche Finanzierung stemmst Du im besten Fall aus vorhandenem Guthaben auf Deinem Konto. Wenn es die finanzielle Lage nicht zulässt, dann ist eine kurzfristige Finanzierung mit einem Dispo-Kredit zur Überbrückung zwar eine Möglichkeit, aber natürlich solltest Du dich auf keinen Fall aufgrund des Work & Travel-Wunsches des Kindes verschulden. Vielmehr könnte sich dein Kind durch Studententjobs etc. den Auslandsaufenthalt selber finanzieren.

Die Reise frühzeitig vorbereiten: Checkliste erstellen

Du solltest mit Deinem Kind bereits Monate zuvor eine Checkliste erstellen, damit Ihr nichts Wichtiges vergesst. So müsst Ihr neben dem Visum an einen Reisepass denken, dessen Ausstellung kann einige Wochen dauern. Informationen über notwendigen Impfschutz entnehmt Ihr der Homepage des Auswärtigen Amts, das umfassende Reisehinweise veröffentlicht. In Ländern wie Australien reichen die üblichen Impfungen aus, zu denen Ärzte auch in Deutschland raten. Zudem solltet Ihr eine Auslandskrankenversicherung abschließen, die zwischen zehn und zwanzig Euro im Monat kostet. Diese Versicherung übernimmt mögliche Mehrkosten, welche die normale Krankenversicherung nicht bezahlt. Es kann sich zudem die Beantragung eines internationalen Jugendherbergsausweises lohnen, mit dem Reisende in vielen Unterkünften einen Rabatt erhalten. Geeignete Zahlungsmittel sind ein weiteres wichtiges Thema. Mit einer Kreditkarte von VISA oder Mastercard kann Dein Kind fast überall bargeldlos zahlen und Bankautomaten nutzen. Auch für den Fall, dass die Geldbörse gestohlen wird oder andersweitig verlorengeht, solltet ihr Euch vorbereiten. Ein Dienst wie Azimo, mit dem Du schnell Geld online ins Reiseland senden kannst, schafft in dieser Notlage Abhilfe. Für medizinische Notsituationen sollte Dein Kind ebenfalls präpariert sein: hier gibt es neben den obligatorischen ersten Anlauf- und Vergleichsstellen auch spezialisierte Krankenversicherungen, die Apps anbieten, mit denen sich Adressen von Ärzten und Kliniken im Ausland abrufen lassen.

Einen optimalen Aufenthalt leben

Work & Travel gefällt den meisten am besten, wenn nicht die komplette Tour von Beginn an durchgeplant ist. Ein bisschen Abenteuer gehört dazu. Dennoch sollte niemand auf eine gewissenhafte Vorbereitung verzichten und zum Beispiel die bürokratischen Angelegenheiten frühzeitig erledigen. Intensive Gedanken erfordern die Finanzen, Ihr solltet nicht zu knapp planen.

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