Vergleichsportale

Vergleichsportale

Vergleichsportale gibt es mittlerweile massig und sie sind beliebt. Zu Recht? Diese Frage werden wir wohl nicht abschließend klären. Was sie aber ganz sicher leisten: Sie bieten Dir einen guten grundsätzlichen Überblick über die Angebote auf dem Markt.
Allein das spart Dir schon viel Recherchezeit und somit im ersten Schritt auch etwas Geld.

Eins reicht nicht

Bei der Entscheidung für ein Produkt solltest Du Dich aber nicht komplett auf check48 und Co. verlassen. Es bleibt dabei, dass Du trotzdem noch selbst genau nachprüfen (Rechnen!) musst und dass du bei dem Vergleich von Angeboten nicht nur auf ein Vergleichsportal zurückgreifst. Vergleiche also nicht nur innerhalb eines Portals, sondern gleich über mehrere – es gibt ja genug!
Das ist zwar etwas mehr Arbeit für dich, könnte sich aber lohnen.

„Unabhängig“ ist ein trügerisches Wort

Denn: Vergleichsportale schreiben zwar alle, sie wären unabhängig, aber das ist so eine Sache. Diese Unabhängigkeit bezieht sich darauf,  dass sie selbstverständlich nicht von einem Anbieter allein abhängig sind, aber sehr wohl von der Gesamtheit der bei ihnen gelisteten Anbieter. Hörst Du die Nachtigall trapsen?
Und was bitte auch klar sein muss: Vergleichsportale gibt es nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit. Das ist ein Geschäft, und zwar ein richtig Dickes! Deshalb bekommen die Portale auch eine Provision für die über sie abgeschlossene Verträge – wie sollten sie sich sonst finanzieren?

Man munkelt

Zudem ist es selbstverständlich ein unbewiesenes Gerücht, dass es bei dem ein oder anderen Vergleichsportal so sein soll, dass diejenigen Anbieter, die am meisten Provision zahlen, auch am besten gelistet werden. Das würde bedeuten, sie stehen nicht ganz begründet ganz oben auf der Vergleichsliste oder erhalten so schöne Auszeichnungen wie „Unsere Empfehlung“ –  überleg Dir, ob Du Dich darauf verlassen magst.

 

Vergleiche auch direkt auf Anbieterseite

Die Portale sind gut dafür, einen Überblick und ein Gefühl zu bekommen und um eine Vorauswahl zu treffen. Nach dem Vergleich auf den (mehreren!) einzelnen Portalen solltest du auch noch direkt bei den Anbietern der Versicherungen, die auf Deiner Top-Liste stehen nachprüfen, ob es nicht vielleicht ein besseres Angebot oder einen passenderen Tarif für dich gibt.
Und bei besonders einem Produkt muss ich jetzt noch meinen ganz persönlichen Rat loswerden: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört nicht online und ohne Beratung abgeschlossen. Hier lauern so viele Fallstricke, dass es für einen Laien wirklich ein großes Risiko darstellt, sich ohne Führung in den Tarifdschungel zu begeben.

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Anette. Vielleicht hast Du schon mit einem Beitrag meinerseits gerechnet :-p

    Du schreibst, dass man eine „Berufsunfähigkeitsversicherung“ nicht unbedingt über ein Vergleichsportal abschließen sollte. Ich würde da – und das AUSDRÜCKLICH mit meiner Stimme als Fachmann, nicht als „provisionsgetriebener Vermittler“, einwänden, dass ich nur sehr wenige Versicherungsprodukte kenne, die kaum Erläuterungen bedürfen.

    Ich könnte inzwischen unzählige Beispiele aufführen von Kunden, die mir von Problemen bei „blindlinks“ abgeschlossenen Versicherungen berichten. Diese Kunden werden übrigens besonders treue Kunden, weil Sie dann erfahren, dass ein guter Berater sein Fachwissen mit großem Nutzen für Sie einsetzen kann und der Versicherungsbeitrag oft auf selbem Niveau verbleibt.

    Hier mal eine „grüne Liste“ von Versicherungsprodukten, die man nahezu bedenkenlos online abschließen kann:

    – Auslandsreisekrankenversicherung
    – Kfz-Haftpflichtversicherung (sobald Kasko dazukommt wiederum nur bedingt)

    Bei sogenannten „Annex-Produkten“ (z.Bsp. Handyversicherung beim Handykauf, Reiserücktritt beim Urlaubsreise, Garantieverlängerung bei Elektronikprodukten) würde ich von einer „gelben Liste“ sprechen, da diese Versicherungen oft nicht all zu komplex sind. Versteht man die Versicherungsbedingungen allerdings nicht beim ersten Lesen, dann würde ich auch hier raten die Finger wegzulassen. Ebenfalls sind die Absicherungen oft anderswo als beim Verkäufer des Hauptprodukts günstiger zu bekommen.

    In allen anderen Sparten würde ich mich fast dafür verbürgen, dass ich als Fachmann dem Kunden stets für ihn wertvolle und ihm vorher nicht bekannte Ratschläge geben konnte, um mit ihm zusammen einen guten, passenden und preiswerten Tarif zu finden.

    Und mit einem großen Irrglauben möchte ich bei der Gelegenheit auch gerade aufräumen. Es ergibt sich beim Abschluss über ein Vergleichsportal KEINERLEI KOSTENERSPARNIS für den Verbraucher. Check24 und Co sind genauso als Versicherungsmakler registriert wie ich es beispielsweise bin und erhält ebenso eine Provision/Courtage vom Versicherungsunternehmen.
    Es gibt also preislich keinen Unterschied ob man ohne eine professionelle Beratung online abschließt und auch im Schadenfall niemanden hat der einem hilft oder ob man eben den altherkömmlichen Weg geht. Bestenfalls natürlich über einen freien Versicherungsmakler, weil der ebenso eine Auswahl an Anbietern zur Verfügung hat wie es ein Vergleichsportal hat.
    Nur wird dieser eben einem vor ungeeigneten Tarifen bewahren, weil eine Versicherung stets individuell auf die persönliche Situation angepasst werden muss.

    1. Lieber Claude,
      selbstverständlich habe ich mit einem Kommentar von Dir dazu gerechnet- und ich danke Dir dafür! Deine (richtigen und wichtigen!) Zusatzinformationen machen den Finanztip erst richtig rund. 🙂
      Wenn es nach mir gänge, gäbe es keine Finanzprodukt-Vergleichsportale – denn wenn es nach mir gänge, wären sie nie notwendig geworden. Ja, kein Vergleichsportal kann eine gute Beratung ersetzen und es wird unglaublich viel Unsinn über sie abgeschlossen. Es ist aber nun mal leider Fakt, dass wir viel zuwenig wirklich kompetente Versicherungsmakler im Land haben und dass sich die Branche in den letzten 2 Jahrzehnten dermaßen die Taschen voll und die Finger schmutzig gemacht hat, dass es für viele Verbraucher die Wahl zwischen Pest und Cholera bedeutet, ob sie es selbst machen oder einen Vermittler ins Haus holen.
      Die Branche hat diese Entwicklung also selbst zu verantworten, noch dazu entspricht es dem Zeitgeist.
      Es hilft also nix, die Dinger sind nun eben da – und deshalb ist es wichtig, dass wir darüber aufklären, wie sie zu bewerten und zu benutzen sind.

      Es grüßt Dich herzlich
      Anette

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