Es geht voran…

Verträge! Regeln! Verbote!
Überall und allerorten wird geschimpft, gezetert, gefordert. „Dagegen sein“ ist groß in Mode.
Anti – Bewegungen bekommen reichlich Platz in den Medien und an den Stammtischen wird sowieso lieber verurteilt als gelobt. Es entsteht der Eindruck, in ganz Deutschland säßen Sitte, Moral und Anstand nur noch auf einem dünnen Ästchen an einem sehr kranken Wirtschafts-Baum!
Ist das wirklich so? Ich sehe das anders.
Ich lerne mittlerweile auf allen Ebenen der Wirtschaft anderes Arbeiten kennen. Andere Arbeitseinstellungen. Andere Formen des Zusammenarbeitens. Unternehmer, die mittels mit Handschlag einen Vertrag eingehen. Firmen, die mit ihren Angestellten arbeiten, statt sie zwecks Gewinnmaximierung ausznutzen. Dienstleister, die verlässlich ihre Termine einhalten. Menschen, die pünktlich ihre Rechnungen bezahlen. Eine andere Form der new economy eben.
Das seltene Tröpfeln dieser Kontakte hat sich schon zu einem steten Rinnsaal ausgeweitet und ich merke an der Strömung: Es wird immer mehr!

  • Zum Beispiel habe ich ein Netzwerk für saarländische Unternehmerinnen – konnex(f) – gegründet. Letzte Woche durfte ich die ersten Mitgliederinnen  nun auch persönlich kennenlernen. Es war toll. Denn diese Frauen arbeiten offensichtlich genauso wie ich. Ohne DrumRumGerede, überzeugt von ihrer Arbeit und mit dem Anspruch, gute Leistung gegen gutes Geld zu erbringen. Egal ob Rechtsanwältin, Grafikerin, Heil-Lehrerin, Sexualtherapeutin, NLP-Ausbilderin oder Steuerberaterin – darin sind sich alle einig. Hier eröffnen sich unendliche Möglichkeiten, auf diese Art kann man miteinander Arbeiten!
  • In Xing wurde ich in eine Gruppe von anständigen Kaufleuten eingeladen (club honorable tradesmen) – Augenmerk liegt auch hier auf fairem Handel, Qualität hat seinen Preis und wer nicht passt, muss gehen.
  • Mit den Geldlehrern erlebe ich die hohe Schule des nachhaltigen Unternehmertums: im Ehrenamt finanzielle Bildung lehren und Verbraucherschutz leben! Das tut sich kein Finanzdienstleister an, der nur aufs schnelle Geld aus ist. Das sind tolle Menschen, gute Unternehmer – obwohl und trotzdem sie aus der bösen Finanzwirtschaft kommen. 😉

Innerhalb dieser Netzwerke erfahre ich ein echtes sinn-wirtschaften, ein „Ich gebe dir und du gibst mir“, fernab von Geldgeierei und „meinsmeinsmeins“.
Natürlich sind wir alle nach wie vor Unternehmer, wir wollen alle einen vollen Kühlschrank. Im Vordergrund steht aber das Wohl des Kunden – nicht aus purem Altruismus, sondern aus dem Gedanken der Nachhaltigkeit: nur ein zufriedener Kunde ist ein guter, ist ein überzeugter Kunde. Und nur ein überzeugter Kunde empfiehlt uns weiter.
Diese Form des Marketings ist unbezahlbar, gerade in meinem Bereich. Denn bekanntermassen fällt bei dem Wort „Finanz…“  sofort die geistige Klappe – alles, was ich nach meinem Namen und meiner Berufsbezeichnung noch über mich zu sagen hätte, läuft prompt gegen die geistige Firewall des Gesprächspartners. (Nettes Beispiel dazu: Ich laufe  mindestens 3mal die Woche unfreiwillig mit einer Frau durch den Wald, die sich an meinen Freund und mich „drangehängt“ hat. Sie hört sich seit 3 Jahren (!) Gespräche über mein Berufsleben an, die ich mit besagtem Freund führe und man sollte meinen, sie weiß zwangsläufig genau, was ich tue. Letzte Woche also berichtete ich von meinem letzten Workshop, wie toll er war, welche Themen durchgegangen worden waren und dass die Teilnehmer sich jetzt in Ruhe aussuchen können, was sie zukünftig für ihre Altersvorsorge tun wollen oder eben nicht. Sagt sie doch am Ende des Gesprächs: „Ja, das ist doch schön. Dann schließen die doch jetzt sicher viele Versicherungen bei Ihnen ab!“ …  Hallo???? Gehts noch????)
Natürlich gibt es auch immer noch die Schlimmen und die Bösen. Zum Beispiel die Telekom ist schlimm.*grrr* Oder einer meiner „Kooperationspartner“, der sich im realen Leben als absolute Luftnummer (sowohl geschäftlich als auch menschlich) erwiesen hat. Kommt vor.

Aber immer seltener. 🙂

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