Weiberfasching

Die nächsten Tage geht es etwas bunter zu als sonst – es ist Fasching (Fastnacht, Faasenacht, Karneval … wo immer du her kommst).
Der heutige Tipp richtet sich an die Frauen unter euch. Sorry Männers, ihr seid dann im nächsten Video dran! (Ihr könnt euch den Tipp natürlich unter gar keinen Umständen anschauen, es gibt auch nix zu sehen!)

Ich bin zwar kein großer Jeck, aber auch ich war ja mal wild und ungebunden – also kann ich die Gelegenheit für einen Minutentipp mit Petzauge nicht ungenutzt verstreichen lassen. 😉

Heute dreht sich alles um den Männerschlips

Wie es der Brauch will, wird Männern, die sich an dem Tag überhaupt trauen, ein Schlips zu tragen, derselbige von den umherlaufenden, närrischen Frauen abgeschnitten. Geschichtlich stellt das eine Entmachtung (Entmannung, das war früher das gleiche!) dar – also eine der wenigen Gelegenheiten, den Herren der Schöpfung mal zu zeigen, wo der Hase langläuft.
Diese Tradition hat sich bewahrt, viel Freude hat die holde Weiblichkeit vor allem in klassischen Schlips- und Männerbrachen wie in der Bank . Warum? Ich vermute weil sie eine gute Flirtgelegenheit bietet oder bieten soll … und da wären wir beim Thema:

Zeige mir Deinen Schlips und ich sage Dir „wie du bist“!

Der Alte, Verbrauchte

Er (der Mann) rennt morgens schon mit beschnittener Männlichkeit ins Büro. Ganz schlimm ist es, wenn es ein direkt unterm Knoten abgeschnittenes Modell aus den 80ern im Mickey Mouse- oder Donald Duck-Look ist.
Dieser Schlips wird immer fein für das nächste Jahr beiseitegelegt – und vermutlich hat ihn seine Frau am Morgen daran erinnert, ihn anzuziehen.
Dieser Mann ist kein gutes Material für Fasching! Wahrscheinlich gibt er zu Hause das Geld direkt an der Haustüre ab – und auch sonst düfte er – von der Ehefrau mal ganz abgesehen – ein nicht wirklich spannender oder spontaner Zeitgenosse sein.

Der Möchtegern – „Bitte nimm mich!“

Ebenso leicht zu erkennen und ebenso ungeeignet wie Typ 1 ist diese Sorte Schlipsträger. Von denen gibt es bedauerlicherweise mehr als frau glauben mag. Ganz schlimm sind hier diejenigen, die sonst NIE einen Schlips tragen und sich extra für Weiberfasching einen kaufen. Du erkennst an dem auffälligen Muster und der billigen Machart des Schlipses, dass er es darauf anlegt, „überfallen“ zu werden – am besten von einer ganze Herde von jungen und hübschen Funkenmariechen oder Rathausstürmerinnen.
Er fiebert das ganze Jahr auf dieses Event hin und wartet nur darauf, dass mindestens eine Frau sich mit einer Schere in seine Richtung verläuft – vielleicht kann er sie ja ansprechen, vielleicht findet sie ihn ja toll?
Wääh! Vorsicht: So einer könnte sich ungewollt festbeißen 🙂

Der sympathische Schussel / Der Gutmütige

Eigentlich die einzige Kategorie Mann mit Schlips zu Weiberfasching, nach dem es sich lohnen könnte, Ausschau zu halten. Er hat nämlich entweder vergessen, dass Weiberfasching ist oder noch besser: er akzeptiert, dass das ein lustiger Brauch ist und lässt sich ernsthaft auch einen ordentlichen Schlips abschneiden. Es ist ein Spiel und er spielt es konsequent.
Der könnte was sein, Mädels – zumindest ist er es wert, dass man nach seinem Namen fragt. Ob Du Dir den Namen auch merken solltest, wird sich dann im Laufe der Tage rausstellen… vielleicht.

Und sonst so?

Ok, ohne Schlips ist blöd – aber es ist wohl die beste und sicherste Variante für den Mann 😉 Da heutzutage der Großteil der Männlichkeit ohne Phallussymbol unterwegs ist, bleibt uns ja sowieso nicht viel übrig, als die Faschingseignung nach anderen Kriterien, wie sympathisches Gesicht, nette Figur und/oder angenehmes Verhalten zu beurteilen. Wie immer also.

 

Ist der Spaß rechtlich ok?

Tatsächlich gilt im Rheinland in den Karnevals-Hochburgen Köln und Düsseldorf die Rechtsprechung, dass das Tragen einer Krawatte an Weiberfastnacht als konkludente, also stillschweigende Einwilligung gilt. Wenn ein Mann also einen Schlips trägt, muss er dort damit rechnen, dass eine Frau den Schlips beschädigt. Pech. Schadenersatz gibt’s hier nicht. Auch in der Hochburg Mainz nicht.

In Regionen, Städten und Kreisen, in denen dieser Brauch nicht immer und wissentlich ausgelebt wird, könnte das für Frauen unangenehm werden, denn im Streitfall muss der Schaden beglichen werden.

Lass es krachen – viel Spaß!

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