Was die Honorarberatung vom Christopher Street Day lernen kann

Am Wochenende hatte ich das Vergnügen, mir den CSD in München anschauen zu dürfen:

was es da alles gibt!

Unter dem Motto „Regenbogen der Geschlechter – wertvoll sind wir Alle!“ gab es Informationsstände jeglicher Couleur: ob Karateklub oder Altenheim, Siemens oder Lufthansa, außer der CSU war alles vertreten, was Rang und/oder Namen hat.

Und natürlich gab es Musik über alle Bandbreiten, vom Deutschrock bis zum Hardcore-Techno.
Der OB Dieter Reiter hat die Veranstaltung eröffnet, viel Prominenz ließ sich sehen und ich freute mich über mein persönliches Highlight: Hella von Sinnen spricht und rockt. HellaCSD

 

Das Allerspannendste waren natürlich die Menschen:

ob hetero, homo, trans oder bi, ob dünn, dick, alt oder jung, Armani oder nackig – vom Normalo bis zum buntesten Paradiesvogel war alles auf dem Marienplatz, was Deutschland an Vielfalt so zu bieten hat.

Und diese vielen unterschiedlichen Menschen haben nur eine einzige Sache, einen einzigen Wert, der sie dazu bringt, mit Leuten an einem Bierstand zu stehen, mit denen sie sonst vielleicht überhaupt keinen Berührungspunkt haben:

sie haben alle gemeinsam die gleiche Idee davon, wie die Gesellschaft im Bezug auf die höchst persönliche, individuelle Sexualität „richtig(er)“ funktionieren sollte.

Und in all diesem Trubel stehe ich und denke darüber nach, wie gut es für unsere Gesellschaft wäre, würde sich die Bewegung „Honorarberatung“ doch ein wenig von diesem Kampfgeist, dieser Einigkeit, dieser Authentizität und diesem politischen Willen abschneiden.

Die Homo- falsch, sorry!- Honorarphobie der etablierten Finanzberatung könnte uns Einen, stattdessen schauen wir lieber darauf, wie des Anderen Socken zu seiner Aktentasche passen. Statt Paradiesvögel und Mut in den eigenen Reihen zu fördern, beobachten wir lieber – vorsichtig klatschend – , wie die Felle der Provisionsversicherungskollegen den Bach herunterschwimmen.

Diversifikation ist die Grundlage jeden erfolgreichen Depots,

das Prinzip ist uns doch wirklich nicht neu. Warum fehlt uns der Mut zu deutlichen Aussagen, deutlichen Profilierungen, deutlicher Kundenselektion? Warum gibt es keine auf Schwule und Lesben spezialisierte Honorarberater, warum keine, die auf Senioren oder junge Menschen spezialisiert sind? Warum gibt es keine Honorarberater für Spezialberufe oder kein Geschäftskonzept für Wenigverdiener (na sicher geht das!)?
Stattdessen wollen die meisten Honorarberater den sogenannten Herr oder Frau Jedermann als Kunden.

Leben und leben lassenHerr oder Frau Jedermann ist aber Kunde von sogenannten Allfinanzberatern – und sollte es auch bleiben.

Echte Honorarberatung in all ihren Ausprägungen ist per se keine Allfinanzberatung, das wäre, als wäre man gleichzeitig schwul, lesbisch und hetero. Nicht jeder Kunde ist ein honorarberatungsaffiner Kunde, und nicht alle honorarberatungsaffine Kunden sind meine (oder Deine oder Ihre) Kunden. Es geht vielmehr darum, uns selbst als Beraterpersönlichkeit auszuprägen und unsere Arbeit und unsere Kunden wertzuschätzen – und somit unseren eigenen (tragenden) Teil zum Kulturwandel in der Finanzbranche, zur Kundenzufriedenheit – und damit zum gesellschaftlichen Wohl beizutragen.

 

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