Vermietete Immobilien: Steine glänzen nicht nur, sie stauben auch!

Wenn wir über Geldanlage und Vermögensaufbau sprechen, sprechen wir auch über Immobilien: Als eines der wichtigsten und sichersten Anlageinstrumente gehört über sie grundsätzlich nachgedacht. Wie bei allen Geldanlageformen, hat auch diese ihre Haken: Genauso, wie Gold glänzt, so können Steine stauben – und zwar so lange, bis Dir die Augen tränen und Du fast keine Luft mehr bekommst.

Wenn Du Dir mein Finanzbildungs-Geschenk „Einblick in mein Nähkästchen“ heruntergeladen hast, weißt Du, dass ich mich innerhalb meiner Vermögensstrategie dafür entschieden habe, selbst zu vermieten. Ich mache das mittlerweile schon sehr lange und ich kann Dir berichten, dass diese Art des Vermögensaufbaus durchaus befriedigend ist, allerdings auch ganz schöne Schattenseiten hat. Über die solltest Du dir im Klaren sein, bevor Du auf dieses Pferd setzt:

Das größte Problem bei der Immobilienvermietung sind nicht die Steine, es sind die Menschen

Du solltest Dir bewusst sein, dass Du Dir, wenn Du bei der Auswahl deines Mieters daneben greifst, ganz schön die Finger verbrennen kannst.
Wenn Du jetzt denkst „Na – das passiert doch immer nur anderen, ich habe ja eine gute Menschenkenntnis!“, dann möchte ich Dir aus meiner Erfahrung heraus sagen: Pustekuchen auf Deine Menschenkenntnis!
Du kannst den Herrschaften vorher Löcher in den Bauch fragen. Den Vorvermieter anrufen (das ist übrigens ein extrem guter Tipp!) und fragen, ob er die Mieter nochmal einziehen lassen würde. Du kannst Dir die Schufaauskunft ziehen, Kontoauszüge zeigen lassen, Arbeitsverträge überprüfen – all das kannst und solltest Du tun.

Und doch: Du steckst nicht in den Köpfen der Menschen drin. Die Umstände können sich schlagartig ändern: Sie können arbeitslos werden. Auseinandergehen. Ihre Tierliebe entdecken. Zwillinge bekommen. Einen neuen (doofen) Partner einziehen lassen. Sterben oder krank werden – all das und noch viel mehr kannst Du mit Menschenkenntnis nicht verhindern. Ganz schnell kann aus dem vermeintlichen Geschäft nicht nur keine gute Geldanlage, sondern gleich ein echtes Desaster werden.

Als kleine Beispiele möchte ich Dir zwei Erfahrungsberichte aus meiner Praxis anbieten (vorsicht, Blutdruck!).

Die Gesetzten

Wir vermieteten vor zwei Jahren eine Wohnung an ein älteres Pärchen, die Umstände erschienen gesichert: Er war Handwerker in Festanstellung und sie Hausfrau, zwar arbeitslos, aber kurz vor Renteneintrittsalter.
Wie gesetzlich möglich wollten sie die Kaution in 3 Schritten zahlen – das ist ja auch verständlich, ist ja schließlich immer ein rechter Brocken, der da zu den Umzugskosten noch dazu kommt….
Die Kautionsteilzahlung kam nicht, wohl aber die Miete.
Auf Nachfrage hieß es dann: Wir bezahlen sie, wenn der alte Vermieter die Kaution von der alten Wohnung überwiesen hat.
Ich war schon angesäuert – aber was willst Du tun, ansonsten schienen sie ja anständig zu sein.

Im Herbst ging es dann los: Die Miete kam verspätet, dann kam nur die Hälfte, dann mal in zwei Schritten…

Auf Nachfrage: Ja, er sei arbeitslos geworden, aber das Amt würde zahlen, der Antrag sei gestellt. Außerdem habe sie ihre Rente beantragt.
Dann kam die Miete gar nicht.
Das Amt hätte sie doch überwiesen!? Na, dann schickt es nächsten Monat zwei.
Am Ende war das Wohnungsgeld abgelehnt und wir hatten schon wieder Frühling.

Ich habe dann natürlich gekündigt.
„Bitte, bitte – meine Rente ist bald durch, dann bekomme ich eine große Nachzahlung und zahle alle Schulden auf einmal!“
Ich Dusseltier setzte Termin bis Sommer.

Mittlerweile Arbeitsaufwand: Gut 10 Stunden (mit Büroaufwand und Rumtelefoniererei) und schon abgekratzte Nerven.

Genau so ging es dann weiter, mittlerweile war auch die Nebenkostenabbrechnung fürs erste Jahr erstellt: Nachzahlung fast 800 Euro (warum verbrauchen ausgerechnet solche Leute dann immer noch Energie und Wasser, als gäbe es kein Morgen?)
Die Miete kam sporadisch, aber immer unpünktlich und zu wenig, die Nebenkosten wollten sie mit abzahlen, wenn die Rente dann mal durch wäre.

Im November dann endgültig Schluß: Sie sollten ausziehen.
Ja, tun sie, sobald sie eine neue Wohnung gefunden hätten – obwohl, da sei ja schließlich ein Schimmelfleck (eindeutig auf fehlende Lüftung zurückzuführen) in einer Ecke, ob ich das nicht mal sanieren wolle?

Nachdem ich dann den Auszugstermin endgültig festgesetzt hatte, kam dann keine einzige Zahlung mehr und sie sind natürlich auch nicht fristgemäß, sondern erst 2 Monate später ausgezogen.

Die Schulden? – Ach, sie würden mir 100,- Euro im Monat bezahlen, wenn ich ganz lieb bittebitte sage.
Wenn ich damit nicht einverstanden wäre, wäre das ja eben mein Pech, dann würden sie gar nichts schicken. Und ja, ich könne sie natürlich verklagen, aber dann würden sie auch nichts zahlen, denn sie hätten ja nichts. Außerdem würde es ihnen jetzt langsam langen, sie wären genervt. Und die neue Adresse – tja, die könne ich mir ja irgendwo anders her besorgen.

Wir reden hier von gut 3.600,- Schulden (plus die neue Nebenkosten-Abrechnung), mittlerweile locker 20 Stunden Arbeitsaufwand und Nerven für 2 Jahre. 🙁

Und ja, ich kann die verklagen. Und mir einen Titel besorgen. Und herausfinden, wo sie jetzt wohnen. Und sie in die Privatinsolvenz treiben. Aber: Das kostet mich wieder Geld. Insgesamt nochmal ca. 1000 – 1200 Euro.
Und bekommen werde ich keinen einzigen Cent, denn: Du kannst einem nackten Mann kein Geld aus der Tasche ziehen.

Sie kommen also damit durch. Ich zweifle an dem Wert der Menschheit und kann mich noch freuen, dass die Wohnung wenigstens nicht saniert werden musste.

Vermietete Immobilien als #Geldanlage: Warum Du das 'Problem Mensch' einkalkulieren musst! Klick um zu Tweeten

 

Schlimmer geht immer: Die Jungen

Eine junge Frau mit zwei sehr kleinen Kindern bewarb sich um eine Wohnung, der Vater sei Koch in einer mir wohlbekannten Kneipe. Bei der Besichtigung war sogar ihre Mutter, die im gleichen Ort wie wir wohnt, dabei – und ich kenne sie, die Familie genießt einen recht guten Ruf.
Genau das war natürlich ein Grund, der jungen Familie trotz meiner Zweifel die Wohnung zu geben: Die Mutter wollte mit dafür geradestehen, das alles seinen rechten Gang geht.

Was im Finanzanlagegeschäft als „home bias“ ein wohlbekannter Anlagefehler ist, ist auch im Immobiliengeschäft ein Fehler: Wenn Du glaubst, dich auf vermeintlich Bekanntes verlassen zu können, wirst Du unvorsichtig.

Es kam, wie es kommen musste:
Die Kaution vom Vorvermieter kam nicht, der junge Mann verlor den Job, die junge Frau war vollkommen überfordert, das Amt zahlte nur dann und wann.
Der geradestehenden Mutter tat das alles furchtbar leid – aber „Anette, was soll ich denn da machen? Die müssen ja auf eigenen Füssen stehen lernen!“

Auch hier dann der übliche Weg, Kündigung, Fristsetzung, Verzögerung, viel Ärger und viel Arbeit.

Das dicke Ende kam dann aber zum Schluß:
Sie haben zwei, drei Sachen gepackt – und alles andere liegen gelassen. Der komplette Hausstand inklusive des Mülles des letzten halben Jahres. 6 Kubikmeter Schutt! Kosten und Arbeitskraft von 3 Männern für 2 Tage. Mietausfall (an ein nahtloses Weiter-Vermieten ist hier ja nicht zu denken).
Gesamtverlust: Gut 7.000,- €
Es erübrigt sich, davon zu berichten, dass mein Anspruch auf Zahlung dieser Kosten natürlich vorhanden und auch gesetzlich durchzusetzen ist – aber auch hier die bekannte Ohnmacht: Sollte ich gutes Geld schlechtem hinterherwerfen? Soll ich die nächsten 30 Jahre hinter diesen Menschen her pfänden?

Diese Seite der Investition in Vermietimmobilien musst Du also auch betrachten und in eine Berechnung mit einpreisen. Wäre das meine einzige Wohnung gewesen, wäre ich jetzt schon böse im Minus: Stell Dir vor, Du musst die Kreditraten komplett aus eigener Tasche bezahlen und sogar noch drauflegen – und da sind die ganzen negativen Emotionen und die viele Arbeitszeit noch gar nicht eingepreist.

Es ist nicht zu vermeiden

Der Knackpunkt an der Sache ist: Wenn Du vermietest, wirst Du irgendwann – über kurz oder lang – auf eine solche Nullnummer treffen. Du kannst niemals von vorneherein ausschließen, dass Du auf solche Mieter triffst. Ob Hanfplantagen (hatte ich auch schon, war auch besonders lustig), Stromdiebstahl, Einschüchterung, Todesfälle – nichts ist unmöglich, wenn Du fremden Menschen Dein Eigentum nur Nutzung überlässt.

Eins ist nicht genug

Deshalb ist mein wichtigster Denkanstoß, den ich Dir in Sachen „vermietete Immobilien“ mitgeben möchte, ein ziemlich hartes Brett. Wenn Du überlegst, zum Vermögensaufbau oder zur Altersvorsorge selbst zu vermieten, so denke gleich zwei Schritte weiter, denn: Eine Immobilie ist nicht genug!

Eine Eigentumswohnung, ein Einfamilienhaus – ein Mieter! – ist ein zu großes Risiko auf Dauer. Umso so mehr Mieter du hast, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du einen so großen Verlust einfährst, dass Dir die Lust am Vermieten ein für alle mal vergeht. Eigentlich wäre es am besten, Du kaufst gleich zu Anfang ein mindestens 2-Familienhaus, oder gleich 2 Eigentumswohnungen auf einmal. Natürlich kann ich gut verstehen, wenn Du erst mal mit einer einzigen Einheit anfangen möchtest, Du solltest Dich geistig aber nicht darauf einrichten, es dabei zu belassen. Denn es ist wichtig, auch im vermieteten Immobilieneigentum zu streuen, zu diversifizieren.
Hast Du nur eine Wohnung und greifst in den großen Haufen, so kann Dich das in zusätzliche Schulden treiben. Hast Du aber mehrere Objekte, so kannst Du Verluste ausgleichen und Rücklagen bilden.

Und das gilt nicht nur für die Verlust und die Rücklagen finanzieller Art – auch auf emotionaler Basis können Dich zahlende, zufriedene und freundliche Mieter für die anderen entschädigen.

17 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Anette,
    es macht mich traurig zu lesen, dass Du gleich zweimal so ein Pech mit deinen Mietern hattest. Gleichzeitig freue ich mich, dass Du auf das Thema Risikostreuung eingehst. Insbesondere in den überhitzten Märkten der Großstädte wird dieses Thema bei neuen Investoren viel zu häufig aufgeschoben, bis sie damit auf die Nase fallen.
    Ich hoffe Du bleibst der Immobilie treu und verlierst durch die Ausfälle nicht den Mut.

    Beste Grüße
    Yanneck

    1. Lieber Yanneck,

      es war mir wichtig, zu zeigen, dass genau dieses Pech eben zum Investment in Vermietimmobilien dazugehört – und die Risiken eben nicht blauäugig weg-gehofft werden können.
      In den vielen Jahren, in denen ich schon mit der Vermietung von Wohnungen beschäftigt bin, kommt eben alle 2-3 Jahre irgendein Klops – man gewöhnt sich daran und regt sich irgendwann nur noch über die ganz Schlimmen auf.
      Ein wenig Fatalismus gehört also offensichtlich auch dazu… 🙂

      Liebe Grüße zurück schickt
      Anette

  2. Liebe Anette,
    im 1 Fall jätte ein sofortiger Urkundenprozess gegen die Mieter weiter geholfen und im 2 Fall hätten die Eltern der jungen Dame einfach mal „von sich aus eine Bürgschaft anbieten sollen“. Verlangen darf ein Vermieter diese nicht – wenn du verstehst, was ich meine…

    Liebe Grüße Mike, der lieber anonym bleiben möchte.

    1. Lieber Mike,
      ich hätte die Bürgschaft schon gleich zum Mietvertragsabschluss anregen müssen, wenn ich mich nicht auf Treu und Glauben hätte verlassen wollen. Allerdings: Eine Bürgschaft ist nur so nachhaltig wie der Bürge, der sie gibt – und ich vermute heute ganz stark, dass ich auch dort nur in eine leere Tasche gegriffen hätte.
      Der „Kniff“ mit dem Urkundenprozess ist mir ebenfalls mittlerweile bekannt gemacht worden – allerdings nutzt mir auch das ja wenig, wenn die Menschen einfach nicht ausziehen.
      Am Ende ist es in der Vermietung genauso wie im wahren Leben: Wenn Dich jemand wirklich bescheißen will, so wird er einen Weg finden, das auch zu tun. Ich bevorzuge es, mich auf die Mieter und die Geschäfte zu konzentrieren, die in Respekt voreinander und mit Werthaltigkeit abgeschlossen werden – ein bisserl Verlust ist anscheinend immer, sonst würden wir ja nicht dazu lernen.
      Wie sagt mein Mann über solche Menschen gerne: „Die ziehen Dich auf ihr Niveau runter und schlagen Dich dann mit ihrer Erfahrung!“ Not my way. 😉

      Liebe Grüße schickt
      Anette

  3. Sehr interessant und hilfreich! Kenne selber beide Seiten des Business. Was man nicht vergessen darf: Im Bestreben, sich bei Vermietung abzusichern, kann man auch schnell seriöse Interessenten verprellen. Meine Kontoauszüge (!) bekommt z. B. kein Vermieter zu sehen. Dann wird es eben eine andere Wohnung. (Dass ich noch nie einen Cent schuldig geblieben bin und mein Auszug keinen meiner Vermieter gefreut hat, ist Fakt.)

    1. Hallo Bodo,
      Du hast genau Recht damit: Ich empfinde es auch als unzulässig, einem Mietinteressent gleich von vorneherein Unzuverlässigkeit und schlechte Zahlungsmoral zu unterstellen. Ich will ja schließlich auch nicht so behandelt werden! In ganz eindeutigen Fällen von Sympathie und gutem Eindruck verzichte ich manchmal auf die „Herz- und Nieren-Prüfung“ und zum Glück bieten die meisten Interessenten von sich aus schon an, einen Nachweis irgendeiner Art vorzulegen. In dem Fall mit den „Gesetzten“ oben hat mir das allerdings auch nicht viel genutzt.
      Ganz am Schluß bleibt Dir als Vermieter und als Mieter doch nur übrig, Dich auf Dein Bauchgefühl zu verlassen…

      LG schickt
      Anette

  4. Ach du je. Mir gruselt es vor solchen Geschichten. Bisher habe ich keine eigenen Immobilien und hätte keine Geduld mit solchen Problemfällen. Ich kann verstehen, dass Vermieter in Stuttgart deswegen sehr penibel auswählen: Keine Kinder, keine Haustiere, am liebsten Wochenendpendler.

    Wie sorgt man für einen negativen Schufa-Eintrag als Vermieter? Selbst wenn du deine Mieter nun weiter ziehen lässt, so würde ich kommende Vermieter in irgendeiner Form warnen wollen.

    1. Hallo Ex-Studentin!

      Den negativen Schufa-Eintrag bekommst Du als nicht Schufa-Vertragspartner nur hin, wenn Du die ganzen Instanzen bis zum Schluß und zur Privatinsolvenz, bzw. bis zur eidesstattlichen Versicherung durchläufst.
      Es gibt noch diverse Auskunftsdateien, in der Du Mietinteressenten kostenpflichtig abprüfen lassen kannst – da aber nicht alle Vermieter ihre Konsorten melden und nicht alle Meldungen gerechtfertigt sind, ist auch das nur bedingt aussagekräftig.
      Wie oben im Artikel erwähnt, würde ich jedem Vermieter empfehlen, sich die Nummer des Vor-Vermieters geben zu lassen und ein kurzes persönliches Gespräch mit ihm zu führen.

      Viele Grüße schickt
      Anette

  5. Hallo Anette,

    solche Geschichten sind genau der Grund, warum ich mich bisher trotz der vielen sonstigen Vorzüge des Betongolds , noch nicht an Immobilien als Investment getraut habe.
    Ich glaube, dass man in D als Hauseigentümer in solchen Fällen einfach gesetzlich zu wenig Möglichkeiten hat.

    Danke für den Beitrag und ich wünsche Dir mit deinen Immobilien in Zukunft mehr Glück 🙂

    Grüße
    Johannes

    1. Hallo Johannes!

      Das mit den gesetzlichen Möglichkeiten möchte ich gerne dick unterstreichen! Selbstverständlich muss sehr genau darauf geachtet werden, dass Mieter nicht der der „Eigentumsmacht“ der Vermieter ausgeliefert sind – allerdings wird es bei uns in Deutschland meiner Meinung nach etwas zu weit getrieben. Es müsste eine schnelle Möglichkeit geben, solche Mieter mit deutlich weniger zahlungsintensiven bürokratischen Hürden loszuwerden, ein Miet-Ombudsmann wäre z. Bsp. klasse.

      Viele Grüße sendet
      Anette

  6. Liebe Anette, du schreibst „Es gibt noch diverse Auskunftsdateien, in der Du Mietinteressenten kostenpflichtig abprüfen lassen kannst – da aber nicht alle Vermieter ihre Konsorten melden und nicht alle Meldungen gerechtfertigt sind, ist auch das nur bedingt aussagekräftig“
    Eine kostenlose Alternative ist die Nachfrage beim Schuldnerverzeichnis des zuständigen Amtsgerichtes. Die Rechtspfleger helfen einem da gern weiter.

    Liebe Grüße Mike, der lieber anonym bleiben möchte.

    1. Lieber Mike,

      leider sehe ich auch hier das Problem der vielen, nicht druchgesetzten Fälle: Wenn ich es schon nicht bis zum (kostenpflichtigen) Ende durchfechte – was glaubst Du, tun viele der anderen geprellten Vermieter? Ich bin je nicht die einzige, die sich scheut, gutes Geld Schlechtem hinterher zu werfen….
      LG schickt
      Anette

  7. Liebe Anette,
    eine Garantie dafür „den/die richtigen“ Mieter zu finden wird es wohl nie geben.
    Ich wollte Dir und Deinen Lesern lediglich zwei, drei Ratschläge mit auf den Weg geben um das Risiko als Vermieter/in weiter minimieren zu können.
    Ich bin mit dem Thema Immobilien groß geworden. In meiner Familie drehte sich schon immer alles um Renditeobjekte, Spekulationen, Neubauten, Sanierung, Grundstücksverwertung oder Verwaltung und selbstverständlich auch um die klassische Vermittlung von Immobilien im Kundenauftrag.
    Wenn man sich beruflich mit dieser Materie beschäftigt, ist es wesentlich einfacher immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und man kennt zwangsläufig auch der breiten Masse weniger bekannte Möglichkeiten um an sein Geld zu kommen.
    Eine Klage dann und wann sollte man allerdings auch nicht scheuen.
    Man sollte auch ganz genau auf die Formulierungen in den Übergabeprotokollen bei Einzug und Auszug achten – schon da kann der Vermieter viel falsch machen.
    Mietverträge „von der Stange“ sind ebenfalls eher suboptimal und sollten stets durch umfangreiche Anlagen zum Mietvertrag ergänzt werden. All das kann ein privater Vermieter aber oft gar nicht leisten.
    Was bei uns seit jeher oberstes Gebot ist: Keine durch Fremdkapital finanzierten Immobilien vermieten! Ein längerfristiger Leerstand darf den Vermieter nicht in finanzielle Schieflage bringen, nur weil er unter Umständen seine Darlehensraten nicht mehr bedienen kann.
    Vermietete, finanzierte Immobilien betrachte ich daher auch nicht als sichere Investitionen sondern als „gehebelte Spekulationen“. Es gibt leider einige Blogger die meiner Meinung nach in diesem Punkt ein sehr verzerrtes Bild der Realität vermitteln.
    Für Privatanleger gibt es geeignetere Produckte um auch in Immobilien investieren zu können. Gerade im Hinblick auf die derzeit sehr günstigen Konditionen für Immobiliendarlehen sollte man im Auge behalten, dass sich das Blatt auch bald wieder wenden kann und zwar bevor man sein Darlehen getilgt hat. Viele junge Leser können sich gar nicht an die letzte Hochzinsphase erinnern. Was geschieht, wenn man beim Umschulden in 10 oder 15 Jahren plötzlich eine höhere Rate aufbringen muss als bisher und dass, obwohl der Darlehensbetrag mittlerweile nur noch die Hälfte beträgt? Da könnte so mancher stolzer Immobilieninvestor plötzlich große Augen machen.
    Ich erwarte gar nicht, dass die breite Masse meine Auffassungen teilt aber mal darüber nachzudenken wäre sicher auch nicht verkehrt.
    PS: Meinen Kindern möchte ich die „Bürde als Vermieter“ nur noch bedingt zumuten und darum arbeite ich mich nun auch noch intensiv in das Thema des „passiven investierens“ ein – ich habe mittlerweile zum Glück sehr viel Zeit dafür…

    Liebe Grüße Mike, der lieber anonym bleiben möchte.

    1. Hallo Mike,
      mit dem Thema „passives Investieren“ läufst Du bei mir offene Türen ein: Ich bin ein großer Verfechter davon, möglichst viele Eier auf möglichst viele Körbe zu verteilen.
      Vielen Dank für deine Denkanstöße!!! 🙂

      Viele Grüße schickt
      Anette

  8. Hallo Anette,
    die Denkanstöße gebe ich gern – gerade deshalb, weil ich mir selbst ja auch Informationen bei den Bloggern hole, die mir beim Thema „passives Investieren“ NOCH einige Schritte voraus sind. 
    Beim passiven Investieren gehe ich übrigens den gleichen langweiligen, konservativen und „bescheidenen“ Weg wie beim Vermieten!
    Ich hole mal eben etwas aus um das zu verdeutlichen:
    Bei der Vermietung bleibe ich immer ein gutes Stück weit unter der ortsüblichen Vergleichsmiete und setze die vereinbarte Staffelmiete gleich von Beginn an erstmal aus (auf unbestimmte Zeit keine Mieterhöhung – der Mieter soll sich wohlfühlen und eine gewisse Sicherheit haben).
    Das hat nebenbei auch folgende Vorteile: Der Mieter hat kein begründetes Interesse daran, nach einem anderen Objekt in der Nähe zu suchen bzw. wird er so leicht kein vergleichbares, günstigeres Objekt finden. Wenige Mieterwechsel tuen einer Mietsache immer gut!
    Sollte der Mieter sich im Verlauf des Mietverhältnisses als „kompliziert“ herausstellen, dann greift die Staffelmiete natürlich zum nächst möglichen Zeitpunkt und der Mieter wird fortan auch an den Reparaturkosten (im Rahmen der gesetzlichen Zulässigkeit) beteiligt – das motiviert den Mieter meist schon von allein, sich in nicht allzu ferner Zukunft nach einem günstigeren Mietobjekt mit bequemerem Vermieter umzusehen – meine Devise: Leben und leben lassen.
    Das Leben hat es mit mir gut gemeint und darum möchte ich auch etwas zurückgeben – solange die Gutmütigkeit von meinem Gegenüber nicht ausgenutzt wird, aber das versteht sich ja von selbst.
    Den Mietzins nicht ausreizen zu müssen fällt natürlich wesentlich leichter, wenn man kein Darlehen zu tilgen hat.
    Beim passiven Investieren ist mein oberstes Gebot: Keep it as simple as possible!
    Ich möchte nichts optimieren, ich jage keine Outperformer, ich werde mich mit niemandem messen, ich benötige keine Dividendenausschüttung, ich möchte kein Rebalancing betreiben müssen, ich verzichte bewusst auf Schwellenländer und gebe mich einfach mit dem zufrieden, was mir der allseits bekannte „Weltindex“ mit den vier Großbuchstaben in den kommenden Jahren freiwillig anbietet.
    In den Erfolgreichen Jahren sage ich Dankeschön und freue mich darüber etwas „geschenkt“ bekommen zu haben – das war es auch schon. Total langweilig, total unspektakulär aber vor allem: Nicht gierig! Man muss nicht immer „All in“ gehen und alles kompliziert machen um gute Resultate zu erreichen – davon bin ich fest überzeugt.

    Liebe Grüße von Mike, der lieber anonym bleiben möchte.

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