Einem Vermögensverwalter in den Topf geschaut

Heute habe ich für Euch mal geschaut, wie mein Kollege Matthias Krapp die Depots seiner Kunden aufbaut und verwaltet. Matthias hat aus den gleichen Gründen der etablierten Bankenbranche den Rücken gekehrt wie ich: Die zunehmende Fokussierung der Banken auf den Verkauf und auf den Provisionsvertrieb machten den Schritt in die Selbständigkeit – zurück zu kunden- und lösungsorientierter Beratung – einfach notwendig. Er hat sich ebenfalls für die Honorarberatung entschieden und arbeitet seit 2008 in seiner Abatus Honorarvermittlungs GmbH und VermögensManagement in Quakenbrück. Sein Beratungsansatz heißt „Prognosefreier Portfolioaufbau“ und ich wollte mal genauer wissen, was dahinter steckt.

 

Lieber Matthias, „prognosefreier Portfolioaufbau“: das hört sich ja ominös (und schwer kompliziert) an.
Was genau ist denn damit gemeint?

Unter prognosefreiem Portfolioaufbau verstehen wir, das man nach wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Kapitalmarkt investiert, statt auf Prognosen, individuelle Meinungen, Tipps von Beratern oder von den Medien gehypte Trends zu hören.
Vor allem das Timing von Ein- und Ausstieg verbietet sich dabei. Also keine Prognosen!
Die Basis für dieses auch „wissenschaftliche Investieren“ ist die moderne Portfolio-Theorie, die Markteffizienztheorie sowie die Risiko-Preis-Modelle von u.a. nobelpreisgekrönten Wissenschaftlern wie z.B. Eugen Fama.
Vereinfacht gesagt lauten die Erkenntnisse:

Durch breit und weltweit gestreute Portfolios werden Anlagerisiken minimiert und Renditeerwartungen maximiert.

Prognosefreies Investieren zeigt und beweist auch, dass der Versuch, die Kapitalmärke dauerhaft zu schlagen sich erstens nicht lohnt und zweitens auch nicht empfiehlt, da alle verfügbaren Informationen sofort eingepreist sind.

Leider werden diese seit Jahren bekannten Handlungsweisen von den allerwenigsten zum Nutzen Ihrer Kunden angewandt. Viele sogenannte „Experten“ glauben und behaupten, es besser zu können, dies wird auch stetig so verkauft, die Ergebnisse beweisen jedoch das Gegenteil.
Studien zeigen immer wieder: Auf Dauer schafft es kein Fondsmanager oder Vermögensverwalter kontinuierlich eine höhere Rendite zu erwirtschaften als der Markt. Vor allem, wenn man dann noch die hohen Kosten berücksichtigt, die durch aktives und von Prognosen getriebenes Handeln entstehen. Zwar schaffen es immer mal wieder Manager, den Markt zu schlagen, aber dies sind nur wenige und Sie wechseln ständig.

Daher lautet die Devise:

1. Die langfristig renditestärkste Anlageklasse, also Aktien, zur Erzielung von Renditen und Wertsteigerungen nutzen. Plus Anleihen, diese dienen der Stabilität und Sicherheit. Bei den Aktien werden dann zusätzlich die entscheidenden Renditetreiber (werthaltige, kleinere und profitable Unternehmen) beigemischt, also nicht einfach nur den Index kaufen!

2. Eine Struktur festlegen, nach Anlagehorizont, Risikobereitschaft und Zielen des Kunden.

3. Den am häufigsten unterschätzten Faktor berücksichtigen: KOSTEN! Die Kosten also senken, sowohl die laufenden, als auch die durch aktives Handeln und Timing entstehenden. Denn dieses Fehlverhalten kostet wiederum Geld, sprich Rendite!

4. Weltweit nach Marktkapitalisierung in alle Aktienmärkte investieren, um diese Chancen zu nutzen, gleichzeitig die Risiken zu begrenzen (Diversifikation) und die Renditen zu optimieren. Die Welt besteht nicht nur aus Deutschland, obwohl viele dies denken und hier stark investieren und dabei viele andere Möglichkeiten nicht erkennen und liegen lassen.

 

Gut, es geht also darum, nach finanzwissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht nach Zeitungsberichten oder Analystenmeinungen zu investieren.
Ab welcher Größenordnung der Geldanlage ist das denn interessant?

Da man diesen Portfolioaufbau mit dem richtigen Wissen für Kunden relativ einfach umsetzen kann, besteht die Möglichkeit, dies bei uns bereits ab einem fünfstelligen Betrag umzusetzen.

 

Aber auch die finanzwissenschaftlichen Erkenntnisse können sich ja nur auf das stützen, was die Märkte in der Vergangenheit getan haben. In Zukunft kann ja doch alles ganz anders sein.
Ist das prognosefreie Depot dann nicht doch eine Art Hellseherei?

Nein, wir sehen hier alles andere als Hellseherei. Das prognosefreie investieren beruht auf wissenschaftliche Erkenntnisse und dem Bewusstsein, das die Weltwirtschaft langfristig immer wächst. Man muss nur die Märkte verstehen und für sich nutzen, dazu gehört ein Plan machen. Man macht sich den Markt also „zum Freund“ anstatt „zum Feind“!

Durch unser weltweites Investieren in Unternehmen (Aktien), welche langfristig die besten Renditen bei täglicher Verfügbarkeit bieten, profitieren wir von dem ureigenen Interesse aller Unternehmen, nämlich Gewinne zu erzielen und den Unternehmenswert zu steigern.
Und von diesen Eigenschaften inklusive der Dividenden profitieren langfristig immer die Eigentümer, also die Anleger als Aktionäre.
Für diese Unternehmensrisiken wurde man immer belohnt, die Einzelrisiken werden aber durch die maximale Streuung diversifiziert und auf die allgemeinen Marktrisiken und Schwankungen reduziert.
Genauso wie man aus dem Anleiheanteil des Portfolios von den Zinsen profitiert, die aber wegen des niedrigeren Risikos auch niedrige Renditen erzielen, meist nur knapp oberhalb der Inflation. Dafür geben sie die Stabilität im Portfolio.

 

Krapp

 

 

Ich bedanke mich herzlich bei Matthias Krapp, ABATUS VermögensManagement
Matthias ist gelernter Bankkaufmann und arbeitete sehr lange in der Anlageberatung für vermögende Privatkunden in einer Genossenschaftsbank.
Als Prokurist und mit dem Studium zum Dipl. Bankbetriebswirt lernte er alle Seiten einer Bank kennen und das hilft ihm natürlich auch heute noch sehr dabei, die Finanzwelt aus allen Blickrichtungen zu betrachten.

 

 

 

 

 

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