Die ultimative Altersvorsorge

„Was soll ich denn für meine Altersvorsorge tun?“ – Meine Lieblingsfrage.
Wenn Du jetzt gezuckt hast und die leise Hoffnung hegst, es kommt die Antwort, muss ich Dich leider enttäuschen: Ich weiß nämlich nicht, was Du für Deine Altersvorsorge tun sollst – ich kann Dir nur sagen, was Du tun kannst.

Überhaupt, hast Du mal über diese Frage nachgedacht? Ich meine, ernsthaft nachgedacht? Man sagt ja immer, es gäbe keine dummen Fragen – (gerechterweise muss ich zugeben, dass sie auch nicht dumm ist) – aber sie ist unmöglich zu beantworten. Niemand weiß, was Du tun sollst, denn niemand steckt in Deinen Schuhen und niemand lebt Dein Leben. Also kann auch niemand wissen, was das wirklich Richtige für Dich ist.

Pauschale Fragen provozieren nur falsche Antworten

Wer im Menschen-Beratungsbusiness tätig ist, kennt diese Art Fragen:
Was soll ich denn tun, damit ich erfolgreicher im Job bin? Was soll ich denn tun, damit sie zu mir zurückkommt? Was soll ich denn tun, um endlich abzunehmen? Was soll ich denn tun, damit ich besseren Sex habe?

Fragen über Fragen, deren Antworten immer nur Angebote sein können.
Angebote, eine Handlungsweise zu hinterfragen, einen anderen Weg einzuschlagen, andere Sichtweisen in Betracht zu ziehen – kurzum das Angebot, etwas dazu zu lernen.

Ob das Angebot auf fruchtbaren Boden fällt, hängt vom Leidensdruck ab, den der Fragesteller hat:
Ist es ihm wirklich ernst, tut es wirklich weh – dann passiert etwas. Dann wird zumindest mal die Zehe ins Wasser gesteckt und ausprobiert, ob das Wasser vielleicht doch warm genug ist, damit er zu seinem Ziel schwimmen kann.
Ist das Wasser aber nur handwarm – so war das Angebot einfach nix. Boah, Du bist aber echt kein guter Berater. Weight Watchers (oder anderes) funktioniert nicht. Das Aufklärungsbuch ist echt Mist. Und überhaupt, ich will die Frau sowieso nicht zurück.

„Was soll ich denn für meine Altersvorsorge tun?“ also. Eine Frage, die mehr Fragen aufwirft, als in einen Satz zu packen sind:
Von was reden wir denn überhaupt? Was heißt Altersvorsorge für Dich? Reden wir hier von 1000,- Euro, von 2000,- oder von 5000,- ? Wie alt willst Du denn werden?

„Naja, 3000,- Euro wären ja schon schön – aber das schaffe ich ja nie bei den Zinsen! Und zurücklegen kann ich auch nur 150,- € im Monat.“
Schwupps, da haben wir den Salat. Die eigene Begrenzung erstickt jede Entwicklung schon im Keim.

Hey, wenn Du heute nur 150,- Euro im Monat zurücklegen kannst – wer sagt denn, dass das nächstes Jahr auch noch so sein muss?
Wer sagt denn, dass Du nicht mehr verdienen kannst, Dich verändern, etwas erfinden, etwas verkaufen, etwas … wasauchimmer (wie gesagt, ich stecke nicht in Deinen Schuhen) kannst? Niemand außer Dir selbst sagt das.

Und ja, wir haben jetzt niedrige Zinsen.
Gehst Du denn heute in Rente? Waren die Zinsen immer schon so niedrig und werden sie es immer bleiben?
Und: Gibt es denn nur Zinsen? Könnte es vielleicht auch Dividenden, Tantiemen, Werterhöhungen und andere Formen des Gewinns geben? Wer sagt also, dass er keine Chance hat?
Niemand außer Dir selbst sagt das.

Wasch mich – aber mach mich bloß nicht nass!

Ich habe übrigens die ultimative Antwort auf die Frage nach der richtigen Altersvorsorge gefunden: Ich nenne sie Finanzbildung.
Andere nennen sie Aufklärung oder Finanzwissen oder Verbraucherschutz.
Ich gehe vielleicht einen Schritt weiter und vermenge alles miteinander – aber am Ende läuft es doch darauf hinaus:
Auf das Angebot, zu lernen.

Ja, selbstverständlich wäre es schöner, gäbe es ein Patentrezept.
„Mischen Sie einen Teil Riester, einen Teil betriebliche Altersvorsorge und einen schönen Aktienfonds miteinander, geben Sie die Masse auf den Boden der gesetzlichen Rentenversicherung und schauen Sie zu, wie alles „im Ofen ganz frisch hochbäckt“.“ (Das war mal eine vollkommen bescheuerte TV-Werbung für Pizza, Ihr erinnert Euch?)

Ja, damit kann man mal anfangen – ich kann Dir aber nicht versprechen, dass das Gericht Dich im Alter satt macht. Gar nicht davon zu reden, ob es Dir ein Genuß sein wird, es jeden Tag zu essen.

Wenn Du mit Genuß satt werden willst, so wirst Du nicht umhin kommen, durchs Wasser zu schwimmen.
Und das Ziel sehen musst Du auch: Wenn Du einfach irgendwo hinschwimmst, wirst Du auch irgendwo landen – und ob es Dir dort gefällt, ist eine ganz andere Sache.

Umso länger ich den Job mache, umso sicherer bin ich mir: Egal, ob Du abnehmen willst, erfolgreicher sein willst, besseren Sex oder eine gute Altersversorgung haben willst- es hilft nichts, Du musst bei Dir selbst anfangen und lernen.

 

DIE beste Altersvorsorge gibt es nicht. Aber Du kannst lernen, was DEINE beste Vorsorge ist. Klick um zu Tweeten

3 Kommentare, sei der nächste!

    1. Danke, liebe Christel!
      Die Meinungen gehen da schwer auseinander… manche sehen es als ihren Job an, es für die Kunden zu entscheiden. Für mich persönlich der absolut falsche Weg.

      Liebe Grüße schickt
      Anette

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