Der Prokrastinationsfleck

Im Urlaub sagte eine Freundin zu mir: „Ich mache meinen Job eigentlich ganz gerne – aber an meinem letzten ersten Arbeitstag habe ich schon zur Mittagspause überlegt, wann und wohin wir den nächsten Urlaub machen können!“

Ich habe nur gelacht und mir bei mir gedacht: Ein bisserl mühsam sind die ersten Tage ja schon – ich nenne das „Anlaufunwucht“ – aber das gibt sich ja recht schnell und dann macht es ja wieder richtig Spaß, voll durchzustarten… So schlimm ist das also bei mir ja nie!

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Bitte gleich.

Nun, dieses Jahr ist es anders. Ich könnte sofort wieder wegfahren. Egal wohin.
Nicht, dass ich keine Lust hätte, zu arbeiten – aber ich hätte Lust, richtig zu arbeiten: Mit Menschen sprechen. Depots aufsetzen. Einen Workshop halten oder unterrichten.
Ich habe aber keine Lust, 500 Emails zu beantworten (nein, ich kann, will und werde die Welt nicht retten, auch wenn ich mir das manchmal einbilde). Oder die fällige Buchhaltung zu machen. Marketingtaugliche Blogartikel zu schreiben oder den unbedingt wichtigen Newsletter zu schreiben. Fachartikel nach-lesen. Mein Onlinebusiness vorantreiben. Alles Sachen, die zum Arbeiten (erst recht bei Selbständigen) dazugehören. Mir graust es gerade davor. Also wanzele ich mich gerade ganz genüsslich in einem dicken Prakrastinationsfleck – so wie unser Hund im Urlaub in einem schon länger verendeten Fisch.

Lili – nass, aber nicht stinkend

Und genauso wie für Lili, riecht es für mich gerade wunderbar – auch wenn ich ebenfalls ein schlechtes Gewissen habe. Du darfst diesen Quickie (als Blogartikel mag ich das gar nicht bezeichnen) also gerne als die Entsprechung des durchaus schuldbewussten Hundeblicks nach erfolgreichem sich-Einsauen verstehen. 😉

Um das also möglichst abzukürzen und wieder wohlriechend meinen „gehört-halt-dazu-Aufgaben“ nachzugehen, meine Frage an dich:
Wie kommst Du nach dem Urlaub am schnellsten und besten wieder in deine Motivation?
Disziplinierst Du Dich streng oder lässt Du es langsam angehen? Wie lange brauchst du, um Dich wieder im Alltag einzufinden?

Ich freue mich über Deine Tipps in den Kommentaren – meine Buchhaltung wartet schon ganz gespannt darauf, dass ich mich ihrer annehme.

Herzlich grüsst Dich

Anette

 

 

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Die Mischung macht’s bei mir, liebe Anette! Wenn ich (zu) gut erholt aus dem Urlaub zurückkehre und bestimmte Dokumente zu öffnen oder zu berühren einen gewissen Widerwillen auslöst, dann verwöhne ich mich – jedenfalls NACHDEM ich ein bisschen diszipliniert war. Will sagen: Erst „darf“ ich die ersten x eMails bearbeiten (Wecker stellen oder Anzahl festlegen). Dann darf ich jemanden anrufen, den ich gern anrufen möchte. Oder ein bisschen auf Facebook daddeln oder mit meinem Team schwatzen. (Wecker stellen.) Dann darf ich wieder in die Disziplin eintauchen. Im Geschaukel zwischen dem, was ich liebe und dem, was mich mal gern haben kann, finde ich wieder in die routinierte Dynamik zurück: Als Selbstständige habe ich mir längst abgewöhnt, mich bei jeder Aufgabe zu interviewen, ob ich jetzt lieber etwas anderes täte. Und tu’s einfach. Mit Betonung auf „einfach“. Viel Spaß!

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